WordPress installieren bei square7

In einem Tutorial habe ich ja beschrieben, wie man WordPress bei Kostenpflichtigen Webspaceanbietern wie zum Beispiel 1&1 selber hosten kann. Es gibt allerdings auch Webspaceanbieter die Kostenlos sind und für diese Rubrik habe ich mal zum Test den Schweizer Anbieter square7 ausprobiert.

An für sich ist das eigentlich kein ganz so großer Unterschied, wie bei den Kostenpflichtigen Anbietern, allerdings tat sich jetzt auch dort ein Problem auf, das ich allerdings lösen konnte und ich lasse daher die Lösung auch gleich mit hier einfließen.

Zu allererst muss man mal anmerken, dass Kostenlose Anbieter immer irgendwo einen Haken haben, da so wirklich Kostenlos ist es ja nicht. Die Technik und der Betrieb will ja finanziert werden und die meisten arbeiten aus diesem Grund mit Werbeeinblendungen, die der Nutzer der Dienstleistung auch nicht beeinflussen kann. Auch sei angemerkt, dass die laufen Kosten niedrig gehalten werden müssen, was sich also auch auf die Performance der Technik auswirkt. Ist wie mit billigen Desktop Computern, irgendwo muss eingespart werden. Allerdings muss ich sagen, dass die Serverumgebung bei square7 an für sich ausreicht, um einen einfachen WordPress Blog dort zu betreiben.

Es gibt allerdings auch Einschränkungen.

Zum Beispiel pro Tag sind nur 100 Emails dort erlaubt, das PHP Memory Limmit ist auf 64M Begrenzt, was also zur Folge hat, dass man recht sparsam mit dem Einsatz von Plugins und dem Versand von Newslettern in seinem Blog sein sollte. Für einen „kleinen“ Hobby Blog, ohne großartige „Spielereien“ ist es an für sich ausreichend, doch aufwändigere Projekte sollte man lieber anderweitig realisieren.

Die Einrichtung;

Als erstes muss man sich natürlich einen Kostenlosen Account bei square7 zulegen. Ist dieses geschehen, bekommt man eine Email mit einem Link zugesand, über dem die Aktivierung des Webspace abgeschlossen wird. Dann kann man sich einloggen.

001

Im Kundencenter werden alle Informationen bezüglich des Account hinterlegt, so auch die Links zu seiner Seite und der für den Liveaccess, welcher allerdings im Zusammenhang mit square7 Qubic gebucht werden muss und dafür fallen Kosten an.

002

Unter FTP-Verwaltung können weitere FTP Nutzer inklusive Zugriffs Regeln für Webspace Ordner angelegt werden, wenn man FTP Usern nur Zugriff auf einen bestimmten Ordner gewähren will.

003

Wenn man die square7 Standard Domain nicht nutzen will, hat man die Möglichkeit auch andere Domains aufzuschalten. (Was ich jetzt allerdings nicht ausprobiert habe)

004

WordPress benötigt eine Datenbank, also sollten wir eine anlegen.

005

Nun geht es ans Eingemachte. Da über Browser kein Zugriff auf den Webspace erfolgen kann, behelfen wir uns einfach mit einem FTP Clienten. In diesem Fall den altbewährten Filezilla. Eine kleine Anmerkung hierzu. Filezilla speichert die Zugangsdaten im Klartext in einer Datei ab. Hat natürlich den Vorteil, dass man so immer seine FTP Daten einsehen kann, wenn man mal was vergisst. Nachteil. Wird der eigene Rechner gehackt, kann diese Datei auch in die Finger der Hacker gelangen, die dann natürlich alles übernehmen können. Also immer schön den Rechner sauber halten. 

Als erstes müssen wir über den Menüpunkt Datei/Servermanager den FTP Zugang mittels der Daten aus dem Kundencenter von square7 einrichten, da ein FTP Zugriff per Webbrowser erst mittels kostenpflichtiger Zubuchung der square7 Qubic Option möglich ist.

006

Hierfür klicken wir erst auf den Button Neuer Server. Man kann dem Eintrag auch durch den Button Umbenennen einen neuen Namen wie im meinem Beispiel etwas square7 geben. Dann müssen die Daten eingegeben werden. Bei Server kommt der Link zum FTP Server hinein. (http://www.nutzername.square7.ch) WICHTIG: Bei Port nutzt Filezilla Standardmäßig 80. Hier müssen wir 21 Eintragen, da sonst die Verbindung nicht aufgebaut werden kann. Dann noch den Benutzernamen und das Passwort eintragen, das war es eigentlich auch schon. Benutzername und Passwort sind das selbe, wie beim Login in den Kundenbereich, sofern man nicht einen anderen FTP Benutzer angelegt hat und diesen nutzen will.

 007Nun kommt eine kleine weitere Besonderheit. Leider kann man die Dateien und Ordner aus dem WordPress Paket nicht einfach in den sogenannten Root Ordner, der Hauptordner des Webspace, hochladen und von dort aus aufrufen, da Einstellungen am Server dieses verhindern.

tipDamit allerdings der Blog später nicht nur unter http://nutzer.squage7.ch/wordpress/ erreichbar ist, kann man auf einen kleinen Trick zurückgreifen, der es erlaubt WordPress trotz Unterverzeichniss über die Hauptdomain aufzurufen. Allerdings wäre das auch nur für erfahrenere Nutzer empfehlenswert, da einige Schritte dafür notwendig sind, die etwas Wissen beim Umgang mit WordPress Installationen voraussetzen. Wie solch eine Installation durchgeführt werden kann, wäre in diesem Artikel nachzulesen.

008

 Wie man auf dem oberen Bild sieht, befinden sich auf dem Webspace bereits Drei Ordner, die uns allerdings im Bezug auf die Installation von WordPress nicht interessieren. Ich habe hier als wie im Schritt vorher erwähnt einen Ordner für die WordPress Dateien erstellt und noch zusätzlich eine leere index.php. Die index.php hat hierbei eine kleine wichtige Funktion, da ich festgestellt hatte, dass unter dem Account die Ordner über die Domain für jederman sichtbar waren, was eigentlich nicht sein sollte.

Es reicht hierfür einfach eine leere index.php, oder index.htm Datei zu erstellen und in den Root Ordner hoch zu laden. Natürlich muss die Datei nicht unbedingt ohne Inhalt sein. Erfahrenere Programmierer können diese Datei völlig frei gestalten. 

009

Dann klicken wir im Rechten Fenster auf den neu angelegten Ordner, um diesen zu öffnen und im Linken Fenster auf den WordPress Ordner um auch diesen zu betreten.

010

Dann markieren wir alle im linken Fenster befindlichen Dateien und Ordner (Erste Datei in der Liste anklicken, Shift-Taste (⇧) gedrückt halten, mit dem Scrollbalken auf der Rechten Seite bis zum Ende der Liste fahren und die die letzte Datei in der Liste anklicken. Die Maustaste danach nicht loslassen, sondern den ganzen Block einfach in die Rechte Spalte ziehen. Dadurch werden alle Dateien automatisch in den Übertraguns Pool im unteren Fenster geschrieben und die Dateiübertragung beginnt.

tipTipp: Wie man sieht habe ich drei Dateien von der Übertragung aussgeschlossen. Es handelt sich hier um die Lizenztexte des WordPress, welche die Versionsnummer beinhalten. Man empfiehlt aus Sicherheitsgründen diese Dateien nicht mit zu übertragen, da man so potentiellen Hackern Hinweise auf die Versionsnummer mitgibt. Meiner Meinung nach allerdings völlig unsinnig, da man die Versionsnummer auch anders herausbekommt und die Dateien bei einem Automatischen Kernupdate vermutlich sowieso wieder mit auf den Webspace geschrieben werden.

011

Die Dateiübertragung kann je nach Internetzugang etwas dauern, da das aktuelle WordPress Paket gut 1170 Dateien beinhaltet.

012

Ist die Übertragung abgeschlossen, können wir noch mittels Texteditor eine .htaccess Datei erstellen und in den WordPress Ordner übertragen.

Der Inhalt sollte wie folgt aussehen;

# BEGIN WordPress
<IfModule mod_rewrite.c>
RewriteEngine On
RewriteBase /
RewriteRule ^index\.php$ - [L]
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d
RewriteRule . /index.php [L]
</IfModule>
# END WordPress

Die .htaccess bewirkt, dass man später in seinem Blog die Funktion Permalinks nutzen kann, was Links zu Beiträgen und Seiten einfach schöner aussehen lässt und die indizierung für die Suchmaschinen erleichtert.

013

Dann können wir eigentlich das FTP Programm schließen und im Browser die Domain aufrufen, unter der sich die WordPress installation befindet, also http://nutzer.square7.ch/wordpressordner, und sollten dann die oben stehende Meldung erhalten.

014

Nach dem Klick auf den Los geht’s Button erscheint diese Eingabemaske, in der wir die Zugangsdaten für die vorher angelegte MySQL Datenbank eintragen und auch den Tabellen Präfix festlegen. Es empfielt sich aus Sicherheitsgründen anstelle des wp_ einen anderen Präfix zu vergeben, doch in den Anfängen von WordPress führte dies immer zu Problemen. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, ob das heute noch so wäre.

015

Sollte alles richtig eingetragen sein, erscheint diese Meldung. Falls Fehler ausgegeben werden, müssen diese natürlich berichtigt werden. Wenn zum Beispiel keine Verbindung zur Datenbank her gestellt werden kann, bitte nachprüfen ob die Datenbank fertig eingerichtet ist. Meist dauert es immer eine gewisse Zeit bis eine neue Datenbank erreichbar ist. Sollte die Datenbank erreichbar sein, bitte nochmals die Zugangsdaten prüfen, ob sich dort nicht doch ein Schreibfehler eingeschlichen hat. Die Zugangsdaten sind case sensitive. Das heißt es muss auch die Groß- und Kleinschreibung beachtet werden.

016

 

Wenn im vorherigen Schritt alles Okay ist und wir den WordPress Installieren Button anklicken, erscheint diese Eingabemaske, in der wir dem Blog unseren Titel verpassen können, die Emailadresse für den Blogadmin eintragen, sowie Nutzernamen und Passwort vergeben. Wer seinen Blog gerade erst aufbaut und noch nicht möchte, dass er über die Suchmaschinen indiziert wird, sollte den Haken bei der Option Suchmaschinen dürfen meinen Blog indizieren rausnehmen. Ob sich die Suchmaschinen auch dann daran halten ist jetzt mal rein spekulativ.

tipTipp: Aus Sicherheitsgründen ist es nicht empfehlenswert als Nutzernamen Admin zu nehmen, sondern sollte direkt einen anderen Namen wählen. Ich habe auch einen Artikel bezüglich Sicherheit bei Nutzernamen verfasst, welchen ihr hier nachlesen könnt.

017Wenn diese Meldung erscheint, war es das auch schon und euer Blog kann aufgerufen werden. (http://nutzer.square7.ch/wordpressordner)

Viel Spaß beim Bloggen.

Ach ja, da war ja noch eine Sache.

018Live und in Farbe. Dabei wollte ich nur mal eben ein Plugin aktualisieren. So was passiert, wenn Servereinstellungen recht restriktiv sind und leider hätte das auch Auswirkung auf die Automatischen Updates, da diese so nicht durchgeführt werden würden.

Aber auch hier gibt es jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder damit Leben, die Daten jedes Mal eingeben und Updates selber durchführen, oder eine andere Lösung per Eintrag in der wp-config.php der Installation.

Einfach in die Datei am Ende diese Option einfügen und die geänderte wp-config.php wieder in den WordPress Ordner hochladen;

define('FS_METHOD', 'direct');

Warning-iconHinweis!! Die Nutzung dieser Methode geschieht auf eigene Gefahr. Ist beim Provider eine Sicherheitslücke, könnte dies zum Einfallstor für Hacker werden.