WordPress ist nicht gleich WordPress

Im Deutschsprachigen Forum von wpde.org tauchen immer wieder Beiträge auf, die sich auf die eingesetzte Version von WordPress.com beziehen. Es wird zwar von beiden Seiten darauf hingewiesen, dass die verwendeten Umgebungen unterschiedlich sind und der eine dem anderen bei Anfragen nicht helfen kann, doch das wird in der Hektik von Hilfesuchenden gerne übersehen.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und versucht hier mal die Unterschiede, nebst Vorteile und Nachteile der beiden Versionen darzulegen.

 

 

Umgebung wp_com wp_org
Eigener Server/Webspace notwendig no_small yes_small
Eigene Domain nutzbar yes_small yes_small
Eigene Themes installieren no_small yes_small
Eigene Plugins installieren no_small yes_small
WordPress Installation notwendig no_small yes_small
FTP Zugang no_small yes_small
Unlimitierter Speicherplatz no_small yes_small
Backup- / Exportfunktion yes_small yes_small
Eigene .htaccess Datei verwendbar no_small yes_small

Auf den Ersten Blick scheinen die Vorteile einer selbst gehosteten WordPress Installation zu überwiegen, doch gerade Anfänger können damit hoffnungslos überfordert sein, wenn es darum geht den richtigen Provider auszuwählen, die Daten per FTP Programm auf den Webspace zu übertragen und WordPress einzurichten. Die Probleme werden dann um so größer, wenn man sich entschließt völlige Freiheit zu bekommen und einen eigenen Server anmietet. Das setzt dann zumindest gewisse Kenntnisse voraus, die man nicht mal eben in Fünf Minuten erlernen kann, da hierbei viele Dinge berücksichtigt werden müssen. Wer allerdings nur Bloggen will und sich nicht mit Technischen Dingen auseinander setzen möchte, oder einfach WordPress nur mal ausprobieren will, sollte auf das Angebot von WordPress.com zurückgreifen.

In der Grundaustattung ist alles Kostenlos, aber Vorsicht. Wenn man mehr haben will muss man teilweise ganz schön tief in die Tasche greifen, wie ich im nächsten Beispiel mal aufführe.

Nennen wir ihn mal Georgio.

Georgios Eltern stammen aus Italien und er liebt Küche á la Mama. Pizza, Pasta, leckere Schinken, Käse und erlesene Weine. Das möchte er auch der Internetgemeinde mitteilen und ein paar vom Mamas deftigen Rezepten gleich mitgeben.

Da er selber jeden Tag kocht und immer was neues ausprobiert, Bloggt er über seine Erfahrungen und dafür will er WordPress verwenden.

Er versucht es bei WordPress.com;

Blog Kostenlos eingerichtet und schon geht es los. Doch die Kostenlosen Themes gefallen nicht so, also muss etwas her, das zu Italienischer Kochkultur passt. Nach kurzer Suche findet sich ein Theme für 75€. Allerdings will man hier und da noch ein paar Farben im Theme ändern, also muss noch der Customizer Service für 24€ im Jahr her. Eine eigene Domain sollte es auch sein, man will ja besser gefunden werden, also noch den Domainservice für 15€ im Jahr dazu gebucht, damit man eine eigene Domain nutzen kann. Und was ist mit den Fotos? Hochauflösende Fotos brauchen Speicherplatz und da sind die Kostenlosen 3 GB sicher schnell aufgebraucht. 10 GB sollten es also sein, was auch noch mal mit knapp 15€ Jährlich zu Buche schlägt.

Werbung auf dem Blog? Mama würde das sicher nicht gut finden, also noch den No Adds Service mit 24€ im Jahr gebucht.

So, das wäre also ein halbwegs vernünftiges Einsteigerpaket. Die Erstanschaffung aller oben genannten Dinge schlägt mit knapp 153 € zu Buche und die Folgekosten belaufen sich nach einem Jahr auf etwa 6,50 € per Monat, sofern die Preise stabil bleiben und nicht angehoben werden.

Dann Rechnen wir mal anders, wenn Georgio sich zudem auch noch mit Computern auskennt und sich zutraut WordPress als eigenständige Installation ins Rennen zu bringen.

Das WordPress schnell heruntergeladen und bei einem Provider für 4,95 ein Komplettpaket mit PHP und MySQL Datenbank, inklusive Top Level Domains bestellt. Das schöne ist, dass der Provider gerade eine Aktion anbietet, in der das Paket die ersten Sechs Monate Kostenlos ist und bei Vorauszahlung kann man sogar noch etwas sparen, da je nach Modell der Preis auf bis zu 3,96€ im Monat reduziert werden kann.

Er bietet zudem 50GB SPeicherplatz, also reicht das auch für die Fotos alle mal aus. Es wird keine Zwangswerbung eingeblendet, wodurch sich das zubuchen einer No Adds Option erübrigt.

Ein Theme* ist für umgerechnet 33€ ist auch schnell gefunden.

Also geht er hin und läd nun die ganzen Dateien des WordPress per FTP hoch, richtet seine Domain und die SQL Datenbank ein.

Natürlich dauert das alles ein wenig, da Georgio hier nun selber Hand anlegen muss, bis alles läuft, aber von den Anschaffungskosten des Themes abgesehen belaufen sich bei diesem Beispiel die laufenden Folgekosten nach 6 Monaten nur auf 4,95€, bzw. 3,96€ pro Monat (zzgl. MwSt.).

Man kann jetzt sagen, das ist ja viel günstiger, als wenn ich bei WordPress.com meinen Blog betreibe.

Ja, das kann hin kommen, doch man sollte auch bedenken, dass ein selbständig gehosteter Blog wie ein Kind ist, das Pflege und Zuwendung bedarf, um zu wachsen. ;)

Wer sich nicht mit dem ganzen Technischen drum herum auseinandersetzen will, der ist bei WordPress.com ganz gut aufgehoben, muss allerdings auf einige Freiheiten, die eine selbst gehostete Installation mit sich bringt verzichten, oder diese für Geld extra erwerben.

Warning-iconHinweis!! Themes, welche bei WordPress.com erworben werden können, lassen sich nicht in eigenständig gehosteten WordPress Blogs verwenden. Genauso kann man keine Themes für eigenständige WordPress Blogs bei WordPress.com installieren. Man sollte also vor dem Kauf besser den Theme Author fragen, wie es nutzbar ist.

 

Erstellt am: 27. Juli 2014